von Robert Defcon
Mai 27th, 2012

AKTE GEMA (III): Bombt den Club weg

Zum 1.01.2013 plant die GEMA eine Gebührenreform für Clubs und Diskos, die bisher 11 Tarife durch einen Tarif für Live-Musik und einen für “Tonträgerwiedergabe” ersetzt.

Bereits die bislang bestehenden Tarife boten Anlass zu heftiger Kritik durch Urheber und Veranstalter. Das umstrittene PRO-Verfahren zur Abrechnung von Livemusik sowie die Nichtberücksichtigung der tatsächlich von DJs gespielten Musik zugunsten von GEMA-Charts zählen zu den zentralen Kritikpunkten. Doch jetzt schickt sich die GEMA an, das Clubgeschäft insgesamt wirtschaftlich ins Wanken zu bringen.

In der Online-Petition von Veranstaltern heißt es zu den neuen Tarifen: “Discotheken, deren Veranstaltungen in der Regel von 22 bis 5 Uhr laufen, sind besonders betroffen. Ihnen drohen Erhöhungen von durchschnittlich 400 Prozent (6 Euro Eintritt, 200 qm Fläche) bis zu 1.400 Prozent (15 Euro Eintritt, 500 qm Fläche). Das ist definitiv existenzgefährdend (…). Bei durchschnittlich zehn Veranstaltungen pro Monat in einer mittelgroßen Discothek mit 2 Dancefloors von z.B. 410 und 310 qm bei einem Eintrittsgeld von 8 Euro erhöhen sich die GEMA-Gebühren (inkl. aller Zuschläge) von 21.553 Euro netto/Jahr auf 147.916 Euro netto/Jahr (+ 686 %)”. Die GEMA bewirbt ihre neue Tarifstruktur mit den deutlichen Vergünstigungen für kleinere Veranstaltungen, was freilich nach Berechnungen des DJ-Berufsverbands nicht der Lebensrealität des Clubgeschäfts entspricht. Selbst bei kleinen Veranstaltungen ist insofern mit erheblichen Kostensteigerungen zu rechnen.

Darum droht unzähligen Clubs 2013 die Schließung.


1 Kommentar »

  1. Ich denke man muss nicht verstehen, wie die Gema auf die genauen Zahlen gekommen ist. Eine so geartete Erhöhung kann nicht als eine Anpassung an den Markt verstanden werden.

    Comment von Angella — 27. Juni 2012 @ 16:07

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