Das Kunsthaus Tacheles ist am 04.09.2012 durch die Anwaltskanzlei Schwemer, Titz und Tötter und den von ihnen beauftragten Anwalt Schultz von Schultz und Seldeneck geschlossen worden. Die meisten Künstler haben Haus und Gelände verlassen. Damit endet eine Ära.
Das Haus.
1. Die Mauer
12.04.2011. Heute Nacht geträumt: Wolfgang Schäuble schenkt Ludwig Eben, dem Chef des ehemaligen Café Zapata im Tacheles, einen rustikalen Garderobenständer: eine ironische Reaktion auf die von Eben gegen ihn (in der Realität) gestellte Anzeige wegen Veruntreuung, eine letzte Panikreaktion kurz vor seinem Auszug letzte Woche. Im beiliegenden Traumtext lässt der Bundesfinanzminister wissen, dass die von Eben geforderte Rückabwicklung des Tacheles-Verkaufs von 1998 ein billiger Jura-Erstsemestertrick sei. Jura hin oder her: Auch der Bund der Steuerzahler hatte sich (wieder in der Realität) Ebens Forderung angeschlossen: 25 Mio. € hätte der Bund an der Rückabwicklung des damaligen Verkaufs an Anno Jagdfelds Fundus Gruppe verdient.
Telefonklingeln, ich wache auf. Draußen ist es trist; der beginnende Frühling auf Rückzug. Txus am Apparat. Txus Parras, der am Tacheles-Torbogen eine Galerie und Künstler-Schule betreibt, ist - sozusagen - der Andy Warhol der Streetart. Jetzt ist er panisch: „Sie mauern uns den Torbogen zu“, der Metallwerkstatt wird der Zugang abgeschnitten. Er braucht Pressekontakte. Ich sage ihm Unterstützung zu, telefoniere mit Katrin Maßmann, der Partnerin Ebens, und erzähle ihr als erstes den Traum, dann von der neuen Berliner Mauer. „Wir können nichts mehr tun“ meint sie. Man kann nicht eine Million Euro annehmen, um Haus und Freifläche zu verlassen, und dann das Tacheles retten wollen. Seit vergangener Woche steht also nur noch das halbe Tacheles. Die Stimmung der Verbliebenen hat sich verfinstert. Das Wort Korruption, Verrat macht die Runde, nicht nur im Tacheles.
Beiläufig erwähnt Katrin, dass die die Suche nach Alternativen zum Tacheles schwierig ist. Zwar gibt es durchaus noch passende Räume für ein neues Kunsthaus, interessante Möglichkeiten im Wedding oder Neukölln, aber der Ausverkauf alternativer Konzepte mit dubiosen Partnerschaften und künstlerischen Kompromissen ist in Berlin weit vorangeschritten: Verwertungsdruck. Das kann man auch am Tacheles ablesen: Tinnef und Schmuck, Touris und Dealer. Und dazwischen einzelne Meisterwerke. Doch wirken „Kultur kann man nicht kaufen“- und „Punk-Capital Berlin“-Poster zuweilen wie aus der Zeitkapsel. Acht € das Stück. Spenden für die Patina.
Wie dem auch sei, meint Katrin, sie wird mit ihren Kollegen sprechen, um zu sehen, ob man noch was tun kann. Es tut weh, und Txus und die Metallwerkstatt will man unterstützen. Sie gibt mir die Telefonnummer von Mirko Hertrich von der dapd, den ich sofort anrufe: „Hallo, hier Africa, ehemals Pressesprecher im Kunsthaus. Es gibt eine Neuigkeit: Der Tacheles-Torbogen wird zugemauert“. „Vom Tacheles Verein?“ fragt Hertrich, denn man ist Fiesheiten unter Tachelesen gewohnt und die rund zwanzig Metallkünstler und ihr Chef Hüseyin Arda waren mit dem Tacheles e.V. Chef Martin Reiter nie so ganz grün: Schließlich hatte er 2006 die Werkstatt im Haus räumen lassen und die „Welturlaub“-Galerie dort platziert, ein Outlet für die Vereins-Künstler. „Nein, nein, von der HSH Nordbank: Die Metallwerkstatt soll vom Publikumsverkehr abgeschnitten werden“. Außerdem hat die HSH letzte Woche das naturgeschützte Biotop platt gemacht. „Das ist strafbar“. Hertrich will eine Meldung bringen. Ein Fotograf schaut vorbei.
2. Der Sommer davor
2010. Das war der Jahrhundertsommer. A.M.T, also Khan und ich, hatten schon mehrmals im Zapata gespielt und rauschhafte Eskapaden erlebt. Eines Morgens im Juni ruft mich Katrin Maßmann an. Früher machte sie im Tacheles das Theater. Nach der Abwicklung des Bereichs durch Vereinschef Martin Reiter und ihrer Verdrängung aus dem Vorstand übernimmt sie das Booking im Zapata. „Wir brauchen Hilfe. Das Tacheles soll weg“ meint sie zu mir. Seit dem Auslaufen der Mietverträge Ende 2008 und der Insolvenz des Besitzers Jagdfeld wird das Tacheles von einer Prozesslawine der HSH Nordbank überzogen, sechsstellige Nutzungsentschädigungsforderungen. Sie wollen räumen. Den Verein haben sie schon 2009 in die Insolvenz geklagt.
Ja, klar: Tacheles, die olle Tante, das muss schon sein, denk ich. Kurz darauf bin ich Sprecher einer Gruppe von rund 40 Leuten: Die Betreiber von Tacheles-Biotop („Maggies Farm“) und Freifläche, die Kalerie im Erdgeschoss (die Werkstatt, wo sich Peter Fox hat Metallaffen bauen lassen), das Kino, das Café Zapata, das Restaurant und: Txus Parras und seine Crew im Emma-Goldman-Hotel, benannt nach der polyamoren Anarchistin. Die „Gastro-Fraktion“ nennt das der Tacheles Verein, der die Galerien, Ateliers, Bars und Schmuckwerkstätten im Hauptgebäude hütet. Meine Crew nennt sich selbst – nicht ohne Stolz – „Gruppe Tacheles“ und beschließt bei einem Treffen in Maggies Farm ein Programm: „1. Erhalt des Tacheles für alle auf dem Gelände und im Haus arbeitenden Nutzer, 2. De-Eskalation hausinterner Streitigkeiten, 3. Aufbau einer neuen demokratischen Struktur im Kunsthaus Tacheles, an der alle Künstler, Projekte und Gruppen im Haus partizipieren“. „Also kein weiterer Streit?“ fragt Jeanette, sonst macht sie nicht mit. Nein, kein Streit mehr. Die Sonne brennt im blauen, wolkenlosen Himmel. Eins ist sicher: Es ist alles zu schaffen.
Missionen im Haus. Alex Boese, Fotograf und DJ im Zapata, ein zärtliches Herz des Tacheles, führt mich ein und stellt mir einzelne Künstler vor. Alle kennt er auch nicht. Es sind rund 30, 40 Leute, vielleicht weniger, vielleicht mehr. Ich will Interviews führen, Öffentlichkeit für das Tacheles durch Kunst-Dokumentation herstellen. Ich lasse es mich einwirken. Kraftvolle Arbeiten, die darken, erotisierten Gemälde von Reza Mashoodi oder die Vergewaltigungsphantasmen von Barbara Fragogna. Jetzt gehe ich öfter ins Haus. Ich will sehen, was geht. Und: Wir können zusammenarbeiten, lautet die knappe Message.
So stelle ich mich kurz darauf bei Martin Reiter als Sprecher der neuen Gruppe vor. Reiter ist ein schlaksiger Österreicher mit auffälligem Heimat-Akzent und langen, lockigen graubrauen Haaren, wohl Mitte 50. Das Gesicht ist eingefallen. Etwas überdreht, aber nicht unsympathisch. Er war 1995 ins Tacheles gekommen, hatte auf der Freifläche den Robo-Shop betrieben und im Zapata als Tresenkraft gejobbt. Noch als enger Freund des späteren Gegners, Tacheles-Ur-Künstlers und Zapata-Betreibers Ludwig Eben wird er 1999 in den Vorstand des Tacheles Trägervereins gewählt, zuletzt 2002 als Teil eines sechsköpfigen Vorstands bestätigt. Heute ist er – ohne die jährlich vorgesehenen Neuwahlen – praktisch alleiniger Vorstand auf Lebenszeit.
Beim Durchlesen des Manifests ereifert sich der Künstlerchef, zeigt auf einzelne Unterschriften: „Drogendealer; Vorbestrafter; Zuhälter; Verbrecher“. Er droht: „Wenn Du für diese Leute arbeitest, zerstörst du das Tacheles“. Ein bereits mit ihm geführtes Interview soll ich wieder löschen und auch Interviews mit seinen Künstlern kann ich mir abschminken. Dabei wird er so laut, dass ich mit zitternden Knien das Büro verlasse. „Wir bleiben im Gespräch“ kündige ich an und denke bloß: „Alter, wie bist du denn drauf?“ Zurück im Zapata, werde ich in banger Stimmung empfangen: „Wir dachten: Er dreht dich um“. Umdrehen? Was meint ihr? Euer Streit interessiert mich nicht. Nicht wirklich. Es ist der magische Ort, um den es sich dreht.
3. Der Fall
Mittwoch 7.7.2010. Die Sonne ist brüllend heiß, doch ich rocke entspannt unter schattigen Bäumen und lege auf: Mir ist aufgefallen, dass aus Dubstep plus Dirty South, die ja ähnliche BPM-Geschwindigkeiten haben, eine neue Musikrichtung entsteht. In the Mix. Das probiere ich aus. Abends will ich mit meinem halbspanischen Kumpel Garrido, mit dem ich die Impro-Band Oscillator 1 betreibe, zum Deutschland-Spanien-Spiel elektronisch improvisieren, Mikros positioniert, um die alkoholisiert-euphorische Geräuschkulisse aufzufangen. Haben wir schon bei der EM gemacht. Ich nehme einen Schluck Bier und spiele Curtis Mayfield: „We people, who are darker than blue“. Schön ist es hier, hier draußen im Zeichen von „How long is now“, gewissermaßen das No-Logo des Kunsthaus Tacheles, das weltbekannte Graffiti an der Brandmauer. Die Leute sind entspannt. Geile Mucke, sagt einer.
Ein Anruf der Khan bringt mich in Aufbruchsstimmung. Sie will mit mir ins Brandenburgische Stolzenhagen zur Kommune fahren, das Spiel schauen und feiern. Auch schön, vielleicht kann ich da ein bisschen auflegen. Also sage ich bei Garrido ab. Draußen in Stolzi genießen wir die letzten Sonnenstrahlen des Tages. Deutschland verliert, die Stimmung ist im Keller. Ich lege also nicht mehr auf. Scheiß Fußball. Der Alkoholpegel steigt. Joints kreisen. Khan und ich singen betrunken am Lagerfeuer. Schwarze, schwere Mitternacht. Später gehe ich auf den Balkon, wieder zur Khan, die aber mit Hummeln im Arsch gleich wieder woanders unterwegs ist.
Wortgeplänkel, Prince-Songs aus dem Haus. Ich stehe auf, stolpere nach hinten. Eine Hand versucht mich zu greifen, festzuhalten. Sekunden wie eine Ewigkeit. Ich fliege. Ich stürze wie in ein schwarzes Loch. Aufprall, direkt neben den Steinen auf dem grünen Gras. „Alles in Ordnung?“ ruft jemand von oben. „Nein“ versuche ich zu sagen, aber es wird ein unartikulierter Schrei. Mir wird schwarz vor Augen. Als ich erwache habe ich mir in die Hosen gepisst und Leute stehen um mich rum. Ich schaue nach oben. Zwei Stockwerke, das hatte ich nicht gewusst. Khan ist tapfer und gibt mir Anweisungen: Ich soll ganz ruhig atmen, mich nicht bewegen und nicht in Panik geraten. Der Krankenwagen ist schon unterwegs. Frauen streicheln mich. Alle sprechen mir Mut zu. Für einen Augenblick ist es, als hätte ich für diese Liebe gelebt. Ich schließe die Augen.
Im Krankenwagen machen die Sanitäter, Brandenburger Kerls, so ihre Witze: Welche Knochen man mir noch brechen könnte. Fast eine dreiviertel Stunde bis nach Eberswalde. „Werner-Forßmann Krankenhaus“ teilt mir im Untersuchungsraum eine Schwester mit, um mich kurz danach abzufragen: Wie heißt das Krankenhaus? Wie ich heiße. Wann ich geboren wurde. Mögliche Hirnschäden ausschließen. Ich bin verwirrt. Eine MRT-Untersuchung ergibt: Zwei Wirbel angebrochen (9 und 11; wie mein gleichnamiger Song Disco 9/11), Lungenquetschung, kleinere Schäden. Jetzt darf ich endlich das heiß ersehnte Glas Wasser trinken, noch immer regungslos. Man verfrachtet mich aufs Zimmer. Andere Patienten jammern und werden medikamentös still gestellt, am Bett festgeschnallt. Paranoia. Einer fliegt übers Kuckucksnest. Die wollen mich fertig machen. Ich versuche meine Familie per Handy zu erreichen, meinen Vater, Khan. Als ich sie später spreche, stelle ich nur eine Frage: Liebst Du mich? Ja, über alles. Ich dich auch.
Tagsüber werde ich von der Unfallstation in ein reguläres Krankenzimmer gebracht. Im Bett neben mir liegt René H., mit einem geschienten Bein, Chef, so erfahre ich, einer umtriebigen Motorradgang, der Verwicklung in Drogenhandel, Gewaltkriminalität und Zuhälterei nachgesagt wird. Ein Tier, ein Muskelmann, über und über mit Tattoos bedeckt, immer von seinen nicht minder adretten Kumpels bewacht, die weit über die Besuchszeiten bleiben. Von Zeit zu Zeit besuchen ihn frivole Damen, die eine kommt als Krankenschwester, holt ihm einen runter. Geldpakete werden verteilt. Nein, René, ich will keine Line ziehen. Kommt geil mit Schmerzmitteln, versichert er. Ich will endlich schlafen. Doch die Männer grölen weiter.
Als ich nachts im Bett kerzengerade hochschnelle, in die Hände klatsche und im Befehlston schreie: „Schluss, jetzt wird gepennt“, keimt bei H. ein Verdacht auf: Das ist ein Spitzel, der hat gar keine Knochenbrüche. Das heimlichtuerische Verhalten, mit dem ich meinem Freund Ben Zeichnungen von der Belegung des Zimmers anfertige (links „Defcon“, rechts „Gangster“), trägt zu diesem Eindruck bei. Mit einem Brett will mir H. von seinem Bett aus die Fresse einschlagen, droht er am nächsten Morgen.
Ich lasse mich von einer Krankenschwester zum Klo begleiten. Dort flüstere ich ihr zu, dass die Situation unhaltbar ist und ich schleunigst auf ein anderes Zimmer muss. Auch mein Vater, Khan und Ben machen Druck. H. kommt woanders hin. Er lässt sich umstandslos, ohne Murren verlegen. Selbst Ganoven sind im Krankenhaus Patienten. Jetzt kann ich endlich durchschlafen.
Allmählich gewinne ich wieder Kraft, stehe sogar wieder auf, mit Rollstuhl geht’s durchs ganze Krankenhaus.
Alle Freunde, auch die ganz alten, lange nicht gesehenen, schauen vorbei. Mein besorgter Vater. Khan kommt mit Lucy, die gerade im siebten Himmel und in Max verliebt ist und mir zu christlichen Gebeten rät, Lupus, Danja, Yvonne, Reimund, Claudia. Andere rufen an, auch König Quasi. Ich bin überwältigt. Mit Blake sitze ich draußen auf der Bank. Ich bin dankbar für eine zweite Chance. Es hätte auch für immer vorbei sein können. Er nimmt mich in den Arm.
In den langen, schwülen Nächten im Krankenhaus denke ich, dass jetzt etwas Neues beginnt. Dass Demut wird, wo bislang Wut war. Ich verlege meinen Geburtstag auf den 8.7. und denke an einen neuen Namen.
Meinen Termin bei Martin Reiter sage ich per Email ab. Er wünscht mir alles Gute. Auch die Zapata-Crew schaut vorbei, Katrin, Joanna, Ludwig. Einen „Steinbeißer“ nennt ihn Khan: Sein fast unerschöpflicher Durchhaltewille beim Kampf gegen jede Wahrscheinlichkeit. Die Wut, die ihn antreibt. Und klar, ich mache weiter im Tacheles. Nach dem Krankenhaus.
4. Der Versuch
Einst hatte Ludwig Eben, so erzählt er, den Stempel, auf dem sich das originale Tacheles-Logo befindet, unter Schrottbergen auf dem Areal gefunden, vielleicht ein alter Unternehmensstempel. Der Name „Tacheles“ selbst stammte von einer Band aus dem Umfeld der Ostrocker „Freygang“ und will sagen: Klartext statt Stasi-Staat.
Vereinschef Martin Reiter gründet unterdes eine eigene „Gruppe Tachles“ auf Facebook, mit dem gleichen, von uns leicht abgeänderten Tacheles-Logo. Verwirrungstaktiken, die für Heiterkeit sorgen und zugleich zu einem neuen, unkopierbaren Logo führen: Setzt man zwei Tacheles-Logos zusammen, entstehen links und rechts Flügel, in der Mitte ein Kreis, in dem „Unite“ steht. Das wollen wir erreichen: Versöhnung.
Parallel entsteht die grandios schwachsinnige Idee zum Berliner Riesenkranz – eine gewaltige, 2000 Tonnen schwere Konstruktion aus Metallschrott über den Dächern der Stadt, auf dem riesigen Innenstadt-Areal, auf dem auch das Tacheles steht, als ein aus dem Weltraum sichtbares Zeichen der gemeinschaftlichen Kraft freier Menschen. Auch ein Kreis. Der Grundstein von Alex Boese und Richard Gruber, eine Miniatur des Kranzes, wird am 3. Oktober 2010 gelegt. Dr. Motte schlägt auf Facebook vor: Kranz vergolden. Mit einem Voodoo-Ritual werden die bösen Geister aus dem Haus vertrieben. B.Z. berichtet.
Der Verein giftet auf Facebook zurück: Der Riesenkranz ist doof und hässlich, man solle lieber Volxküche machen. Auf Facebook wird schmutzige Wäsche gewaschen. Meist unter der Gürtellinie.
Parallel entstehen stadtpolitische Texte über das Zumauern der Berliner Freiräume. „Die privatwirtschaftliche Umgestaltung, die seit 1990 das Ziel der Berliner Stadtentwickler war, ließ Orte entstehen, die von Unternehmensketten, Groß-Konzernen, Shopping Malls und Massenkultur besiedelt und privat kontrolliert werden. Die öffentliche Hand zog sich aus der Gestaltung zurück und ließ zugleich zu, dass die aktive Nutzung und Umgestaltung der neuen Räume durch Hausordnungen, private Sicherheitsunternehmen und eine gegen Zweckentfremdung abgesicherte Architektur verhindert wird. (…) So verhält sich das Unterhaltungs- und Konsumangebot am Potsdamer Platz zur globalen Subkultur Berlins etwa so wie die letzte Love-Parade zu den ersten“ (in: Zeitschrift des Deutschen Kulturrats). Tacheles, geduldete Illegalität im Zentrum der Hauptstadt, rechtsfreies Asyl, wo neben den Joints auch mal die Urne von Fritz Teufel ihre Runden macht. Ein Narrenschiff. Haus der Wut, Haus der Spiegelgefechte, Haus der Grenzen, Haus der Drogen, Haus der Träumer, Haus der Lüste.
Es folgen sommerliche Wasserspiele: Der insolvente Eigentümer des Areals, Bundesverdienstkreuzträger Anno August Jagdfeld, kündigt den Versorgungsvertrag. Die Wasserwerke wollen dem Haus das Wasser abschalten. Dutzende Anrufe, Mails, Zeitungsartikel, Anwaltstreffen und Postings später macht sich der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit stark für das Tacheles – noch einen Skandal bei den teil-privatisierten landeseigenen Wasserbetrieben will man sich angesichts beschämender geheimer Privatisierungs-Verträge nicht erlauben.
Oktober. Zu den neu initiierten wöchentlichen Tacheles-Versammlungen kommen die Leute aus der Metallwerkstatt und die Gruppe Tacheles. Ein Bündnis entsteht. Auch Hüseyin Arda schreibt ein Manifest: Pro Tacheles, Projekt Optimismus. Das Vereinsumfeld lässt sich hingegen nicht blicken, nur Reiter geht draußen vor dem Studio54, wo wir uns treffen, nervös auf und ab.
Nach hoffnungsvollen Anfängen kippt die Stimmung. Es kommen immer weniger Leute. Eben will Druck machen und veranstaltet nun eigene Wasserspiele. Dem Tacheles Verein und damit den Künstlern will er den Hahn zudrehen, schließlich zahlt er für ihr Wasser jeden Monat 2000€. Er verdächtigt Reiter, das Wasser nachts laufen zu lassen. Kurz: Die Künstler sollen mit demjenigen reden, der ihre Rechnungen zahlt, und möglichst ihren Anteil an den Kosten übernehmen.
Der Verein argumentiert schlüssig auf Facebook: Das Zapata habe durch jahrelangen Stopp der Mietzahlungen sechsstellige Beträge vereinnahmt, insofern sei es nicht zu viel verlangt, wenn jetzt das Wasser bezahlt werde. Gruppe Tacheles: Wir zahlen, wenn demokratisiert wird: 12 Jahre Martin Reiter sind genug. Die alte Pattsituation. 150 Prozesse haben die beiden Tacheles-Clans seit 2002 gegeneinander geführt. Eben bleibt knallhart: Er dreht schrittweise das Wasser ab. Der letzte Energiestrom zwischen den beiden Teilen des Hauses versiegt. Das schnelle Ende des Befriedungsversuchs. Erpressung, Menschenrechtsverletzung, heißt es von einigen Künstlern. Sie nehmen eine Regenwasseranlage in Betrieb.
Meine Besuche im Tacheles werden seltener. Ich denke an Kündigung, benenne für kurze Zeit das von mir vollgeschriebene Infoportal in „Haus der Lüge“ um, lasse jedoch am Ende fünfe gerade sein.
Also schreibe ich. Zuhause texte ich für tacheles.info, baue gemeinsam mit Programmierer Dany online das Tacheles-Geschichtsarchiv und ein Kunstportal auf, eine Art MySpace für Tachelesen, gehe ein, zwei Mal die Woche kurz ins winzige Büro hinter der Zapata-Backstage, dann zu Txus, der mir in einem wilden, ununterbrochenen Wortschwall erklärt, was wir alles gemeinsam machen könnten und mit welchen Leuten zusammen was geht in der Stadt und darüber hinaus: In Polen, in England. Klar, es geht so einiges. Ein paar Wochenenden jammen Khan, Txus, Laura und ich bei ihm im Emma-Goldman-Hotel, machen Aufnahmen, die sofort auf CD gebrannt und für 5 € verkauft werden. Ich kaufe eins seiner Graffiti-Bilder: „Freedom, not fear“. Es hängt noch immer über meinem Schreibtisch.
Ein melancholischer Hiphop-Beat mit Ziehharmonika, über den Txus pfeift und von „Kickass Generation“ und „no more war, no more war, no more fighting“ singt, mehr schreit, durchwuchert den Herbst. Die Tage werden kürzer und deutlich kühler. Txus Atelier ist kaum beheizt, die Tacheles-Zentralheizung ist vor Jahren ausgefallen: Der Verein konnte oder wollte die Gasrechnungen nicht bezahlen.
Dick anziehen. Um den flaschenbetriebenen Gasofen scharen. Es wird Winter. Ich mache Aufnahmen von der – ebenfalls unbeheizten - Metallwerkstatt und stelle sie ins Netz. Ganz oben im Haus, bei der Dauerausstellung von Alexander Rodin, singt ein polnischer Künstler für Khan und mich ein traurig-schönes Lied: „Mein Bewusstsein tanzt“. Irgendwann geht Txus auch das Gas aus, er pennt bei Minusgraden in seinem Anarcho-Hotel. Die Dealer jedoch harren nachts am längsten aus. Einer davon wirft dem Zapata die Scheiben ein, weil er nicht rein darf. Vor Txus Galerie geht zuweilen eine Dame dem Gewerbe nach. Während er sich im Zapata aufwärmt. So vergeht der Winter.
5. Die Kräfte
Hinter den Kulissen: Das Tacheles ist auch nicht mehr das, was es einmal war, lässt uns André Schmitz wissen, Stellvertretender Chef der Senatskanzlei, direkter Draht zum Regierenden Bürgermeister, so als hätte man im Senat auch nur eine Spur Empathie für die Anarcho-Freakshow der Neunziger, entstanden im Machtvakuum eines zerfallenen Staats. Auch der Besuch von Katrin und mir bei Alice Ströver, Kultursprecherin der Grünen, endet ergebnislos: Sie liest uns die Leviten, macht uns Vorhaltungen. Ein so zerstrittenes Haus ist eben nicht zu retten. Wir wollen Frieden, wir wollen Veränderung, wir wollen neue Kunst, geben wir zu bedenken. Und: Wir haben einen Kredit für den Kauf des Hauses aufgetrieben.
Interessant. Aber Ströver egal. Man wird sich vielleicht dafür stark machen, dem zukünftigen Käufer des Areals ein Ersatzgrundstück anzubieten. Im Abgeordnetenhaus machen SPD und Grüne ohnehin bereits Politik für ein neues Tacheles: Es muss ein schlüssiges Konzept für das Haus her, wird im Plenarsaal von Ströver laut gedacht, Wowereit nickt. Zwischen den Zeilen heißt das: Mit den jetzigen Leuten ist kein Staat mehr zu machen. Der Senat wollte schon immer ins Tacheles, meint Katrin. Ludwig Eben, lakonisch: Panzerkreuzer Alice.
In Berlin wird es unterdes wieder wärmer. Neben unerschöpflichen Touristen-Massen reisen seit Februar Leute mit Geldköfferchen durch das Haus: Wer wird Millionär? Die Kanzlei Schultz und Seldeneck bietet einzelnen Gruppen Kohle an, wenn sie das Tacheles freiwillig räumen. Das steht nicht zur Debatte, heißt es von der Metallwerkstatt, heißt es von der Gruppe Tacheles, heißt es vom Verein.
Im Haus hängt der Tacheles e.V. derweil A1-Plakate auf, in denen er sich von Gruppe Tacheles, Pub-Crawl, Eintrittsgeldern für die Freifläche und Ballermann in Namen freier Kunst distanziert und die Gastronomen zur sofortigen Raumübergabe auffordert: „Das Kunsthaus Tacheles repräsentiert mit seinen 30 Ateliers, den Ausstellungsräumen und dem Theatersaal einen Freiraum für die Kunst, der eben nicht marktorientiert und auf Profit ausgerichtet ist“. Und: „Gebt den KünstlerInnen die Räume zurück. Alkoholismus ist keine Kunst“. Parallel öffnet der Verein eine weitere von unzähligen Schwarzbars: Im ehemaligen Büro. Im Theater läuft Gabber.
Eine „Gruppe Ballermann“, ein „Zusammenschluss der Säufer, Dealer und Kokser im Tacheles“ macht sich hingegen über Mief unterm Kunsttalar lustig und postet die Erklärung des „Wichtighaus Tacheles“: „Unsere Arbeit repräsentiert mit zehntausenden von Gelagen, Sexorgien und Exzessen einen Freiraum für das Leben, der eben nicht so tun muss, als sei er auf mehr gerichtet als pure Lust und Lebensfreude. (…) Künstler, gebt den Gastronomen die Räume zurück! Der Ernst der Kunst muss endlich ein Ende haben! Musealisierung sofort beenden! Andacht ist kein Leben!“
Letzte Rettungsversuche scheitern: Die dubiosen Machenschaften des insolventen Tacheles-Besitzers Jagdfeld werden nicht aufgeklärt, auch nicht vom Spiegel, ebenso wenig wie dubiose Brandstiftungen; der Verkauf des Tacheles-Areals an Jagdfeld durch den Bund wird nicht rückabwickelt und die HSH Nordbank nimmt unser Kaufgebot in Höhe von 2,84 Mio. € nicht an und droht stattdessen mit weiteren Prozessen. Die Presse schweigt zu den investigativen Themen, schwelgt lieber in – meist undifferenzierter – Streitbeobachtung und “es riecht nach Urin”.
Zudem machen die Ämter Druck. Immer mehr neue Mitte-Nachbarn beschweren sich über Lärm. Martin Reiter verteilt Schreiben in der Nachbarschaft, in denen er vor dem Zapata und seinem „rein kommerziellen Umfeld“ warnt und zu Lärmanzeigen auffordert, beigelegt sind Kunstkataloge. Die De-Eskalation ist endgültig gescheitert, poste ich im Februar auf tacheles.info. Jetzt wird die Exit-Option erstmals ernsthaft diskutiert. Freitag, am ersten April, der letzte Anruf beim Senat: Sprecher Thorsten Wöhlert lässt Katrin seine Privatmeinung wissen: Nehmt das Geld. Kein Aprilscherz.
Auf eine Million € handelt Eben die Kanzlei hoch, die für einen anonymen Hintermann handelt. HSH Nordbank vermutet Eben. Katrin berichtet mir vom Treffen der Kerngruppe, den elder statesmen der Gruppe Tacheles: „Wir sind draußen“. Wahrscheinlich. Ludwig Eben ist nach 21 Jahren in einem fast ständigen Abwehrkampf, intern und extern, müde. Er will nicht mehr. Nicht mehr im Tacheles. Die HSH Nordbank droht mit weiteren Prozessen, die Nutzungsentschädigungsforderungen lassen das ökonomische Aus wahrscheinlich werden. Auch der Anwalt will abspringen, denn ein weiterer Abwehrkampf geht nur mit Tricks und grenzt an Rechtsbeugung. Eben bietet an, dass jemand anderes aus der Crew das Zapata übernimmt. Keiner will. Kemal Cantürk hat sogar schon eine neue Location in Treptow, außerdem ist es für ihn mit 65 an der Zeit, in ruhigeren Gewässern zu schwimmen. Auch Peter vom Kino will raus. Mit Filmen wie „Immer Drama um Tamara“ war der Ort als Off-Kino ohnehin nicht zu halten – nur die nächtliche DJ-Culture brummte bis zum Schluss. Biotop und Rap-Restaurant Studio54 wollen vielleicht bleiben. Am Sonntag soll noch mal abschließend diskutiert werden.
Ich gehe zu Txus rüber, Tränen in den Augen. „Txus, sie wollen das Tacheles verkaufen“. „Ich werde nie gefragt“ bemerkt er, sprudelt aber vor Optimismus: Wir machen weiter! Auch ohne Zapata, ohne Ludwig, ohne Gruppe Tacheles. Er hat schon viele Räumungen überstanden. Ich kaufe mir im Kiosk nebenan Zigaretten und Cola. Die ersten sonnigen Frühlingstage. „Ich verstehe Ludwig“ meint er und zeigt mir einige von Ebens Bildern, die nur noch bei ihm zu sehen sind.
Am Wochenende feister US-Hiphop live im Zapata und ein Sixties-Liveauftritt im Biotop: „Ain´t gonna work in Maggie´s Farm no more“. Abschied. Kinder legen ein Lagerfeuer an und lauschen der uralten Geschichte von zwei Clans, die um Vorherrschaft auf einem Stück Land kämpfen. Hier draußen, umstellt von HSH-Nordbank-Zäunen, mitten in der Hauptstadt, unter freiem, sternklaren Himmel, war für mich der Ruhepol des Tacheles. Darüber schwebte einst die gewaltige Kuppel der Friedrichsstadtpassagen, von denen nach Sprengungen zu DDR-Zeiten nur die Ruine verblieb, die heute das Tacheles ist. Allmählich senkt sich eine bleierne Schwere über das Haus. Das Gerücht vom Auszug macht in den rostigen, vielsprachigen Kommunikationsröhren des Tacheles seine Runden.
Sonntag fällt die endgültige Entscheidung: Wir gehen. Ich komme später dazu. „Katrin, ich kündige“ sage ich. Hank Moell, der Architekt, redet etwas angetrunken auf Ludwig ein. Hank, sei mal still, sage ich und schaue Ludwig in die Augen. Er wirkt in diesem Moment sehr alt und wendet sich ab, hält die Hand vor das Gesicht, um die Tränen zu verbergen. Ein Traum ist geplatzt. Ich umarme Katrin. Heulen.
Als erstes sage ich Pete Missing bescheid, die New Yorker Graffiti-Legende, ganz hinten bei den Metallern. „Ludwig is leaving? No, that´s not true“. Alex Boese bringt ein Bier. „Ich bin arbeitslos” bemerke ich. Wir sprechen über den Fluch, der auf dem Gelände lastet, die ewige Wiederholung von Scheitern und Misserfolgen. Seit einhundert Jahren. Das Tacheles ist ein Haus, in dem viele Geister, viele Dämonen hausen, nachts kann man sie sehen, erzählt Missing. Erst letztens seien SS-Leute auf sein Atelier zugestürmt. Und nochmal: „I can´t believe Ludwig is leaving. I don´t agree with pubcrawl, but he is a friend“. 1995, erinnert er sich, war Ludwig Eben so etwas wie der König des Tacheles. Auf der Hoffläche ragte nicht nur die berühmte Kampfmig, sondern auch die von Eben mit Uwe Keßler und Tom Sojka erschaffene „Installation Airbus“ in den Himmel, schräg in der Erde verankert: Busschrott. Untertitel des Werks: „Aufschwung Ost steckt fest. Von der Realität zur Hysterie“. Tom nahm sich das Leben, Keßler ging, Eben blieb.
Inzwischen fassen die Jüngeren die Lage in künstlerische Bilder: Von Metallerin Emilie Gotmann, Künstlername: Eggon, stammen die Schiffbrüchigen, Metallfiguren, mit denen sie im März vor Txus Galerie eine Schweiß-Performance veranstaltet. Hier sind sie: Die Künstler, auf einer wackligen Scholle umgeben vom stürmischen Ozean der Spekulation, noch immer auf der Suche nach Hoffnung, Glück, nach Individualismus, nach Anerkennung, nach Gemeinschaft. Einige liegen am Boden, haben die Hoffnung aufgegeben, andere ertrinken bereits. Einer blickt in weite Ferne.
Auch Emilie sage ich Bescheid, dass es einen Deal gibt, dass es für die Gruppe Tacheles vorbei ist. Fassungslosigkeit. Nachts gibt es im Zapata eine Abschiedsfeier, bei der viele weitere Tränen fließen. Wut. Verzweiflung. Der Riesenkranz-Grundstein wird abgesägt. Das hölzerne Zapata-Schild im Hof zerstört die Crew selbst. Der letzte Stolz.
Am Montag, dem 4. April, soll im Amtsgericht Mitte die Zwangsversteigerung des Tacheles-Areals stattfinden. Verwirrung: Die Zwangsversteigerung wird im letzten Moment von der HSH Nordbank abgeblasen. Was steckt dahinter? Vielleicht doch noch eine Chance? Doch parallel beginnt schon die Räumung. Bagger machen alles platt, Bäume knicken ein wie Streichhölzer. Es kommt mehr Presse als Proteste. Wütende Wortgefechte Einzelner mit Martin Reiter vor laufenden Kameras. Conny Boese, einer der Zapata-Co-Chefs, gibt Interviews, ringt um Fassung. „Was erwartet ihr evtl. von den Berlinern? Unterstützung?“ lautet eine Frage. Arda stellt sich schützend vor das Biotop. Khan filmt alles mit. Ich weine in ihren Armen. Anwälte stolzieren über das erbeutete Gelände: Das ist aber hässlich, das kommt aber weg. Ich beantworte doch noch einmal die Pressefragen, 20, 30 Interviews: Schaut auf dieses Haus, schaut auf dieses freie Stück Land im Zentrum der Hauptstadt. Ein Stück Erde, auf dem wir nur zu Gast waren, um es an Spätere heil zu übergeben. Vielleicht bin ich ein Lügner.
Am nächsten Tag werden die Schlüssel bei den Anwälten abgegeben, die Kohle überwiesen. Nun wird auch das Biotop mitsamt Bäumen, Enten und Fröschen von Baufahrzeugen platt gemacht. Die Freifläche wird abgeriegelt. BILD ruft an: Wie das Geld verteilt wird? Weiß ich nicht, interessiert mich nicht, falsche Frage, ich bin draußen, ich bin pleite. Nein, bitte kein Foto. Auch ich war hier nur zu Gast. Und der Teufel lacht mir ins Gesicht.
In den darauf folgenden Tagen stellt sich ein merkwürdiges Gefühl der Leichtigkeit, ja des Glücks ein. Game over. Press Start.
Postscriptum 06.09.2012: Txus Parras und einige der Metallkünstler befinden sich noch immer auf dem Gelände.
Postscriptum 22.10.2012: Txus hat den Prozess der HSH verloren. Er muss seine Sachen packen und gehen.
The famous Tacheles Arthouse has finally shut down in Berlin, Germany? Who said so? Please, stop joking around!
Ten Ballevart, reporting from the Tacheles Arthouse Berlin Mitte, Germany.
Once more the legendary Tacheles Arthouse is said to be closed down for ever. Consider for the time-span of a blink, your eyes to be wide shut in this unique case of a worldwide known cultural hotspot deceasing in front of a global audience. Imagine those international public eyes trapped in front of a media-mirror, which reflects a true positive global interest and a true positive worldwide support on the one side but still is hindering non-locals to evaluate facts from a Berliner’s reality insight on the other side.
… read more: http://www.kht.travellab.net/ppl/berlin-talks-tacheles–ppl-release-09-12-2012.pdf
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